#Barista-Tipps

Vegane Alternativen zur Milch im Kaffee

Aufschäumen veganer Milchalternativen am Siebträger

Pflanzliche Alternativen zu Milch in Kaffeegetränken sind nicht nur bei Kaffeetrinkern, die sich vegan ernähren, beliebt. Im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie gibt es inzwischen ein umfangreiches Angebot an Pflanzendrinks. Wir haben Senta Bammert, Barista Coffee Master und SCA-zertifizierte Barista aus dem Seeberger Competence Center (SCC) gefragt, welche Erfahrungen sie mit den pflanzlichen Milchalternativen gemacht hatund was sie für die Zubereitung eines leckeren, milchfreien Cappuccinos empfiehlt.

 

Warum verzichten Kaffeetrinker auf Milch zum Kaffee und wählen lieber eine pflanzliche Alternative?

Der Anteil der Gäste, die sich vegan ernähren oder aus anderen Gründen ganz oder teilweise auf Milchprodukte verzichten, hat in den letzten Jahren stark zugenommen.  Auch Menschen mit einer Lactose-Unverträglichkeit sind auf Alternativen zur Kuhmilch angewiesen.  Für manch einen steht auch der Umweltgedanke (Methanausstoß, CO2-Produktion) hinter einem Verzicht auf Milch. Die Gründe für einen völligen oder teilweisen Verzicht auf Milchprodukte und die Nachfrage nach Pflanzendrinks sind also ganz unterschiedlich.

 

Welche pflanzlichen Alternativen gibt es?

Besonders beliebt sind Soja- und Haferdrinks. Aber die Liste der Alternativen ist lang: Erbsendrinks, Cashewdrinks, Mandeldrinks, Kokosdrinks, Reisdrinks, Lupinendrinks, Hanfdrinks und viele mehr. Alle Drinks gibt es sowohl ungesüßt als auch gesüßt.

 

Milch beeinflusst durch ihre leichte Süße ja auch den Geschmack von Kaffeegetränken. Wie steht es damit bei den Alternativprodukten? Wie sehr beeinflussen sie den Kaffeegeschmack oder überdecken ihn? Sind Sojamilch & Co. eher für kräftige Röstungen geeignet oder passen sie auch zu milden Filterkaffees?

Pflanzendrinks harmonieren sehr gut mit kräftigen Röstungen, da der meist etwas „getreidige“ Geschmack das Aroma des Kaffees sonst überlagert. Sorten wie Soja oder Mandel können dem Cappuccino allerdings auch eine leicht süßliche Note geben. Zu Filterkaffee würde ich doch einen eher neutralen Geschmack wie den der Erbse, Soja oder Lupine empfehlen.

 

Gibt es geschmackliche Unterschiede zwischen den Marken (innerhalb einer Alternative bspw. Hafer)?

Definitiv ja. Das Ursprungsprodukt ist ausschlaggebend. Je nachdem, wo zum Beispiel der Hafer wächst, hat er ein anderes Aroma und beeinflusst so den Geschmack des Getränks. Wie auch bei Kaffee, beeinflussen hier der Boden und das Klima den Geschmack. Wir haben für den Einsatz hier im Seeberger Competence Center verschiedene Sorten getestet – die Klassiker Hafer- und Sojadrink sind unsere Favoriten.

 

Viele Kaffeegenießer schwören ja auf die zarte und cremige Milchschaumkonsistenz beim Cappuccino oder Latte macchiato. Wie gut lassen sich pflanzliche Alternativen aufschäumen und was beeinflusst die Schaumkonsistenz?

Die Schaumkonsistenz ist abhängig vom Eiweißgehalt des Drinks. Soja- und Erbsendrinks haben von Natur aus einen höheren Eiweißgehalt und lassen sich gut aufschäumen. Sorten mit einem geringeren Eiweißgehalt wie zum Beispiel Reis- oder Kokosdrinks eignen sich weniger gut.

 

Worauf müssen Gastronomen bei der Hygiene achten, wenn sie pflanzliche Milchalternativen anbieten?

Auch hier gilt: je mehr Eiweiß, desto empfindlicher ist das Produkt. Generell sind die Pflanzendrinks aber weniger empfindlich als Milch, auch ihre Haltbarkeit ist länger als die von Frischmilch. Aber natürlich müssen auch bei der Verwendung von Pflanzendrinks die Hygiene-Richtlinien eingehalten werden.

 

Milchalternativen sind häufig teurer im Einkauf als Kuhmilch. Muss der Gastronom seine Preiskalkulation anpassen?

Je nach Lieferant und Menge, die eingekauft wird, kann der Gastronom mit Einkaufspreisen von 1,35 € bis 2,50 € je Liter rechnen. Letztendlich bleibt natürlich die Kalkulation der Getränkepreise dem Gastronomen überlassen. Allerdings sind Gäste, die sich für eine vegane Alternative zur Milch entscheiden, häufig bereit, einen höheren Preis für ein entsprechendes Getränk zu zahlen.

 

Wie sieht es mit der Regionalität der Produkte aus? Ist die regionale Herkunft der Rohstoffe aus Deutschland/Europa (z.B. bei Hafermilch) wichtig für Konsumenten?

Da die regionale Herkunft der konsumierten Produkte für viele Verbraucher eine immer wichtigere Rolle spielt, ist das Angebot von Milchalternativen aus heimischer und regionaler Produktion auf jeden Fall ein wichtiges Argument. Es gibt viele Hersteller, die sich auf die Produktion von veganen Alternativen aus heimischem Getreide spezialisiert haben.

 

Welche Alternativprodukte haben Sie getestet, wie ist Ihr (subjektiver) Eindruck?

Wir haben eine Vielzahl von Marken und Produkten verkostet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Klassiker Hafer- und Sojadrink die am besten geeigneten Alternativen für uns sind.

 

Welche Milchalternative würden Sie für welche Getränkeart empfehlen?

Für alle Kaffeegetränke mit Milchanteil würde ich allgemein einen Sojadrink empfehlen. Sojadrinks haben einen neutralen „Milchgeschmack“ und beeinflussen das intensive Kaffeearoma nicht. Haferdrinks haben ein leicht getreidiges Aroma, das ebenfalls gut zu vielen Kaffeesorten passt.  Aus diesem Grund würde ich empfehlen, zwei Alternativen anzubieten.